28. Dezember 2025
Unser inneres Wetter – Stimmungen, Gedanken, Befindlichkeiten – ist letztlich genauso unpersönlich wie das Wetter draussen. Mal ist es hell und weit, mal grau oder bewegt. So wie sich draussen Sonne und Regen abwechseln, verändert sich auch unser inneres Erleben. Das ist kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Es gehört einfach zum Leben dazu. Die Welt zeigt sich in Gegensätzen: leicht und schwer, ruhig und unruhig. Und doch ist alles Teil eines einzigen, zusammenhängenden Geschehens.
So wie manche Gegenden mehr Wind oder Nebel kennen als andere, bringen auch wir unterschiedliches inneres Wetter mit. Veranlagung, Erfahrungen, das Leben selbst prägen uns und wie wir uns fühlen. Das muss nicht persönlich genommen werden. Es sind Muster in Bewegung, entstanden aus Bedingungen.
Gerade jetzt, in dieser stilleren Zeit, fällt uns manches deutlicher auf. Vielleicht auch das eigene innere Grau, die Müdigkeit oder eine leise Unruhe. Und gleichzeitig zeigt sich draussen, wie schnell sich etwas wandeln kann. Licht kehrt zurück und Kälte erfrischt uns.
Bewegung kann dabei eine sanfte Hilfe sein um in Kontakt mit uns zu kommen. Ein Spaziergang im kalten Sonnenschein, ein bewusstes Strecken am Morgen, ein paar ruhige, fliessende Bewegungen – oft genügt wenig, um das innere Wetter in Bewegung zu bringen.
Auch im Alltag gibt es immer wieder kleine Möglichkeiten. Auf dem Weg zur Arbeit, im Wartezimmer, zwischen zwei Terminen, in einer stillen Minute zwischendurch. Vielleicht möchtest du dann einmal nichts tun? Nichts greifen, nicht reagieren, nicht verändern. Einfach DA sein: wach, anwesend, präsent.
Manchmal fühlt sich das angenehm an. Manchmal taucht Unruhe auf, Langeweile, Widerstand oder ein Ziehen im Körper. Wenn das geschieht, schau, was passiert, wenn du nicht gleich reagierst und innerlich weggehst. Wenn du einfach nimmst, was da ist, gwundrig bleibst. So, wie man etwas betrachtet, das man noch nicht kennt.
Schmerz gehört zum Leben. Leiden entsteht oft erst dort, wo wir dagegen ankämpfen. Wenn wir dem Erleben Raum geben, so wie es sich zeigt, kann etwas Weites entstehen. Und auch wenn es sich nicht gut anfühlt: Alles, was kommt, geht wieder. Jede Erfahrung ist vergänglich. Alles hat seinen Platz.
Ich wünsche Dir einen guten Start ins Neue; ob ins neue Jahr oder in den neuen Tag oder in den neuen, nächsten Moment.
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